Über Osteopathie

Osteopathie ist eine ganzheitliche Therapie zur Diagnose und Behandlung von Funktionsstörungen. Es kommen keine Medikamente oder Instrumente zum Einsatz, der Osteopath behandelt die Patienten ausschließlich manuell, d.h. mit den Händen.

Die osteopathische Annäherung an den Patienten, die Betrachtungsweise ist durch verschiedene Prinzipien gekennzeichnet, u.a.

Struktur und Funktion

Struktur und Funktion bedingen sich gegenseitig. Strukturelle Änderungen bedingen eine Änderung, gegebenenfalls eine Einschränkung der Funktion des betroffenen Organs. Umgekehrt bedingt ein verändertes Funktionieren strukturelle Veränderungen. Einige Beispiele dazu:

Dieses Prinzip ist nicht nur in Bezug auf die Diagnose wichtig, sondern auch in Bezug auf osteopathische Therapie: Strukturelle Regulierungen können die Funktion verbessern, kann man die Funktion (z.B. Durchblutung) in bestimmten Gebieten verbessern, hat man auch einen Einfluss auf die Struktur.

Eine gestörte Funktion zeigt sich für den Osteopathen in erster Linie durch eine verminderte Beweglichkeit. Mit osteopathischen Techniken wird Strukturen geholfen, ihre individuelle physiologische Beweglichkeit wieder zu erlangen und so ihre Funktionalität zu verbessern.

Dieses Prinzip liegt auch dem Begriff Osteopathie zu Grunde (gr. Osteon = Knochen, pathos = leiden):
Über die Behandlung der strukturellen Komponenten, z.B. Knochen, die Funktionen verbessern, Leiden vermindern.

Ganzheitlichkeit
Auf verschiedenen Ebenen steht jede Struktur im menschlichen Organismus mit allen anderen in Verbindung:

Es ist unmöglich, ein Knie ohne Einfluss auf den restlichen Körper zu behandeln;es ist unmöglich, dass ein Sturz, bei dem man mit dem Fuss umknickt, ohne Einfluss auf den gesamten Organismus bleibt!

Diese Einheit entsteht z.B. durch das Skelett, durch Gefäß- und Nervensystem, durch zirkulierende Hormone, durch Muskelketten, nicht zuletzt durch Faszien .

Selbstregulierungskräfte
Die Selbstregulierungskräfte des Körpers umfassen verschiedene Mechanismen, mit Einflüssen von innen und aus der Umwelt so umzugehen, dass der Organismus im Gleichgewicht bleibt bzw. dieses schnellstmöglich wiederfindet. Beispiele für diese Fähigkeit, sich selbst zu heilen, sind z.B. das Immunsystem mit seiner Fähigkeit zur Abwehr von Bakterien und zum Teil Viren, die Bildung von Narben- oder Knochengewebe nach Verletzungen.

Osteopathie wirkt, indem sie diese Selbstregulierungskräfte unterstützt, z.B. durch eine verbesserte Durchblutung. Die Osteopathin heilt also nicht, sondern hilft dem Patienten, sich selbst zu heilen!

Deshalb ist es auch unerlässlich, dass der Patient freiwillig und gerne zur Osteopathie (zu jeglicher Therapie) kommt. Das Zulassen und der Wille zur Veränderung sind wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie.

Was macht ein Osteopath eigentlich?

Er geht auf die Suche nach Bewegung. Er untersucht den ganzen Körper in verschiedenen Positionen und spürt, wo Bewegung möglich ist;wo sie vielleicht eingeschränkt ist, welche Richtung sie hat, welches Ausmaß, welche Frequenz.

Unter Berücksichtigung der Anamnese, aber in erster Linie auf Grund der Untersuchungsergebnisse, stellt die Osteopathin ein Konzept auf, welche Strukturen in ihrer Beweglichkeit verbessert werden sollten. Dieses Konzept steht nicht fest, sondern kann sich im Laufe der Behandlung/en verändern.

Manche Probleme werden erst deutlich, wenn sich die „darüberliegenden“gelöst haben, manche entstehen vielleicht neu (z.B. durch einen Sturz) und müssen dann auch berücksichtigt werden.

Zur Behandlung stehen dem Osteopathen viele Techniken zur Verfügung. Mit Hilfe von muskelaktivierenden und entspannenden Techniken, Reflexpunktbehandlungen, rhytmischen Mobilisationen von Gelenken oder Organen, sogenannten „Zuhörtechniken“u.a. unterstützt die Osteopathin den Körper bzw. den Patienten, seine Beweglichkeit zurückzugewinnen.

Die eigentliche Arbeit aber findet in den Tagen und Wochen nach einer osteopathischen Behandlung statt, wenn der Körper die erhaltenen Impulse umsetzt.

Wann hilft Osteopathie?

Schauen Sie dazu bitte auf die Seiten über Behandlung.

Geschichte der Osteopathie

Osteopathie ist eine relativ junge Medizin. Sie wurde Ende des 19. Jahrhunderts von dem US-amerikanischen Arzt A.T.Still begründet. Sie verbreitete sich zunächst im englischsprachigen Raum, in den letzten Jahren, über Frankreich und Belgien, auch in Deutschland.

In den USA und in Großbritannien ist „Osteopath/in“ein anerkannter Studienabschluss und Beruf. In Deutschland ist dies bislang nicht der Fall. Hier ist die Osteopathie zum allergrößten Teil als Zusatzausbildung für Physiotherapeuten, Heilpraktiker und Ärzte verbreitet.

Die „Bundesarbeitsgemeinschaft für Osteopathie“(BAO) hat zur Aufgabe, einheitliche Ausbildungskriterien und damit Qualitätsmerkmale für einen Beruf des Osteopathen zu schaffen.

Aus rechtlichen Gründen wird darauf hingewiesen, dass in der Benennung der beispielhaft aufgeführten Anwendungsgebiete selbstverständlich kein Heilversprechen oder die Garantie einer Linderung oder Verbesserung aufgeführter Krankheitszustände liegen kann. Die Anwendungsgebiete beruhen auf Erkenntnissen und Erfahrungen in der hier vorgestellten Therapierichtung Osteopathie selbst.